Tips&Tricks 69: Das Schraubengelenk
Idee: Bernd Haarmann
Wir sind bei der Konstruktion des Antriebs für den Greifer des Krans (Bericht folgt später) darauf
gekommen:
Wenn man bei langsamen Hin- und Herbewegungen um kleine Winkel ein so gut wie spielfreies Gelenk braucht, nehme man
eine Schraube-Mutter-Verbindung.
Vorteile:
einfachste Befestigung, saubere seitliche Führung, dazu im Abstand von anderen Bauteilen exakt einstellbar,
ausgesprochen preiswert: was will man mehr?
Bau:
Durch ein Loch im 'Drehstern' eines Servos wird eine Schraube gesteckt und eine Mutter lose aufgeschraubt. Die
Betätigungsstange erhält anstelle eines Gelenks eine Mutter, die angeklebt oder angelötet wird. Die
Schraube am Servo wird jetzt in diese Mutter so weit geschraubt, daß der gewünschte Abstand hergestellt
ist. Nun wird die lose Mutter festgezogen, und das Gelenk ist fertig. Dieses ist links auf dem Bild zu sehen.
Falls eine solche Vorgehensweise an Platzgründen scheitert, kann man natürlich auch umgekehrt verfahren:
Erst wird die Schraube durch die (an der Betätigungsstange angelötete) Mutter geschraubt, lose, bis kurz
vor den Kopf, und dann wird sie mit 2 Muttern am Drehstern befestigt. Das sehen Sie rechts im Bild.
Fertig.
Der Einsatz dieser Idee ist mannigfaltig! Jeder Winkelhebel, z.B. an Weichenantrieben, könnte so gebaut werden.
Hier wäre sogar die Verwendung als zentrales Drehgelenk denkbar, mit einer langen Mutter, die sogar
Torsionskräfte (vom Federdraht zur Betätigung der Weichenzungen) aufnehmen könnte.
Lange Muttern erhält man unter dem Namen Distanzmuttern (bis 8 mm Länge sind sie mit Sicherheit mit einem
einzigen durchgehenden Gewinde geschnitten; bei längeren werden 2 einzelne Gewinde von den Enden aus
geschnitten; diese passen dann normalerweise nicht für eine durchgehende Schraube).
Die Beweglichkeit der Gelenke ist faszinierend, schon fast ein wenig zu gut.
Ein Bild sagt meist mehr als Worte:

Hier sind 2 Stangen in unterschiedlichem Abstand zum Drehstern zu sehen, wobei die hintere Schraube (beide: M2) 'den
Kopf unten' hat. Beide Stangen würden einander nicht behindern, auch wenn der Drehbereich über 270°
wäre! Sie müssen natürlich aufpassen, daß die Muttern genügend Spielraum zum Kopf ihrer
Schraube und zur Befestigungs-Mutter haben, da sie ja auf ihren Gewinden auf- und abgleiten und evtl. festklemmen
könnten (wozu sie ja eigentlich gedacht sind).
Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Club-Abenden"
- der Autor: Hans Peter Kastner
Version vom: 14.07.2009
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