Tips&Tricks 65: Lötaugen frei-löten

Wer kennt das nicht: ein Bauteil soll ausgewechselt werden; das alte ist ausgelötet, und das neue soll eingesetzt werden. Aber das Lötauge ist 'zu'.
Jetzt geht das Gefummele los: mit Lötsauglitze (ist sehr teuer, s. auch unser Lötlitzen-Tip) oder durch Anschmelzen und Klopfen (dadurch werden nur die Nachbar-Augen verschmiert; oder es rappelt heftig an den Beinchen bei großen und schweren Bauteilen, die noch eingelötet sind) oder durch Einstecken eines Bleistifts (der ist meist zu dick, und dadurch wird er auch nicht gerade besser) oder durch Einstecken einer Stecknadel (die ist an der Oberfläche oft so veredelt, daß sie selber festklebt).
Bohrer Wir schlagen vor, es einmal mit einem sehr dünnen Nagel zu versuchen, aus Stahl, damit er kein Zinn annimmt. Oder, was auch sehr gut geht, einen dünnen Spiralbohrer benutzen, den man verkehrt herum in ein Stiftenklöbchen spannt. Dieser Bohrer darf ruhig ein abgenutztes Exemplar sein; wir wollen ja nur mit seinem Schaft das Zinn verdrängen.
Oder man baut sich ein kleines Werkzeug, indem man in einen 6-mm-Messingstab ein 0,5-mm-Loch bohrt und dahinein den Bohrer klebt oder einen kurzen 0,5-mm-Stahldraht. Das Werkzeug sähe dann so ähnlich aus wie das aus dem Tips Nr. 34; nur hätte es eine andere Spitze.
Oder: man nehme einen ausgedienten Druckbleistift (0,5 mm) und benutze die meist mitgelieferte Reinigungsnadel. Da diese Bleistifte oft schon für unter 1 € zu haben sind, könnte man auch einen neuen nehmen und die Nadel statt einer Mine einspannen. Und zum Schreiben wird gewechselt ...

Herr Jaindl merkt hierzu an, man könne auch einen gut angespitzten Bleistift nehmen. OK, recht hat er. Nur - weil so etwas schon seit Jahren nicht mehr im Besitz des Autors ist, hat dieser daran nicht gedacht...

Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Club-Abenden"
- der Autor: Hans Peter Kastner

Version vom: 21.04.2009; vorige Version vom: 11.04.2009
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