Tips&Tricks 61: Schonbacken aus Holz
Es war schon immer sehr mühsam, Platinen und Ähnliches zum Befeilen in den Schraubstock zu spannen. Um die
Oberflächen nicht zu verletzen, wurden meist Bierdeckel dazwischengelegt. Sie standen in großer Zahl zur
Verfügung und konnten nach Gebrauch weggeworfen werden. Die Deckel wurden geknickt und dann zusammen mit dem
Werkstück eingespannt. Alu-Backen kamen von vornherein nicht in Frage, da sie evtl. mit einer Kante die
Platine doch hätten verletzen können.
Weil die Bierdeckel aber, z.B. beim Feilen, fusselten oder, bei sehr kleinen Werkstücken, oft nicht präzise
genug packten oder die Bierdeckel (bei langen Werkstücken) zu klein waren, wurden Hartholzbrettchen (z.B.
Laubsägebrettchen) als Zwischenlage benutzt. Sie haben recht scharfe Kanten, und so konnten die Werkstücke
(rein theoretisch) millimetergenau eingespannt werden. Hierbei mußten jedoch 3 Teile, die beiden Brettchen und
das eigentliche Werkstück, gleichzeitig genau geführt werden, leider eine sehr große Fummelei. Sie
rutschten beim Spannen immer wieder auseinander. Da dies sehr nervte, entstand dieser einfache und effektive Tip:
Wenn man es fertigbringen könnte, daß die beiden Holzbrettchen nicht gegeneinander verrutschen
könnten, könnte man das Werkstück zwischen den Brettchen positionieren und dann das Ganze dann 'wie
ein Teil' einspannen.
Die Herstellung:
Zwei Holzbrettchen (am besten aus Hartholz mit scharfen Kanten, ungehobelte Dachlatten sind ungeeignet) werden
genau übereinandergelegt (in der Lage zueinander, wie sie später eingespannt werden sollen) und dann an 2
Stellen mit einem 6-mm-Bohrer durchlöchert. In eines der Brettchen werden zwei kurze 6-mm-Dübel gesteckt,
über die dann das zweite Brettchen gesteckt werden kann.

Hier sehen Sie die beiden Brettchen nach dem Bohren und dem Einsetzen der Dübel, auseinandergeklappt.
Da die Brettchen schon für andere Dinge gebraucht wurden, sind sie nicht mehr so ganz 'taufrisch'. Damit Sie
Sich auf dem Foto zurechtfinden können, haben wir die wichtigen Teile ausnahmsweise einmal rot umkreist.
Beide bilden somit einen Klotz, dessen Teile nicht mehr gegeneinander verrutschen können.

Hier sind die beiden Brettchen zusammengefügt und umfassen eine Platine, die zum Bearbeiten nur ganz leicht
herausragt.
Lassen Sie Sich auch hier nicht von den Gebrauchsspuren auf den Brettchen irritieren.

Und hier sehen Sie das Ganze eingespannt, fertig zum Bearbeiten.
Feinheiten:
Falls die Dübel sehr leicht einzustecken sind, müssen sie eingeleimt werden; falls sie sehr stramm
einzudrücken sind, müssen sie an der freien Seite so angefeilt werden, daß sich das zweite Brett
leicht klemmend aufstecken läßt.
Diese Vorrichtung wurde erstmalig angewendet, um die Platine für die Beleuchtung der
Aussichtskanzel des ADm101
(Größe 96 x 3 mm, 0,5 mm dick) zum Befeilen einzuspannen, mit sehr gutem Erfolg.
Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Club-Abenden"
- der Autor: Hans Peter Kastner
Version vom: 30.06.2008; vorige Version vom: 22.06.2008
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