Tips&Tricks 55: Akkuschrauber richtig einsetzen
Jeder moderne Akkuschrauber hat direkt hinter dem Futter eine Drehmomenten-Einstellung. Das ist ein meist dunkel
gefärbter drehbarer Ring mit einer Zahleneinteilung (z.B. von 1 bis 5) und daran anschließend einem
Bohrer-Symbol.
Leicht genervt stellt der Autor fest, daß sehr viele seiner Zeitgenossen nichts mit dieser Einstellbarkeit
anzufangen wissen und somit ständig Schrauben oder Schrauber-Bits verhunzen.
Deshalb erscheint es notwendig zu sein, an dieser Stelle auf die richtige Verwendung dieser an sich sinnreichen
Einstellbarkeit hinzuweisen.
So wird es oft und falsch gemacht:
Der Einstellring steht auf dem Bohrer-Symbol. Eine Schraube wird eingeschraubt und dann, bei drehender Maschine,
das Schrauber-Bit aus der Schraube herausgezogen. Oder noch schlimmer: die Schraube wird mit mäßigem
Druck eingeschraubt und dann das Bit in der Schraube 'hüpfen' gelassen.
Selten wird, was ja gerade noch angeht,
der Schrauber kurz vor dem völligen Eindrehen der Schraube abgeschaltet und dann die letzte Umdrehung per
Tipp-Betrieb eingedreht. Dies ist jedoch umständlich und erfordert einige Konzentration.
Richtig und materialschonend muß es aber so sein:
Der Einstellring wird zunächst auf kleine Werte eingestellt, bei kleinen Schrauben auf die '1'. Die Schraube
wird eingedreht, und bei einer bestimmten Belastung (eigentlich: Drehmoment) beginnt der Schrauber an zu rasseln
und dreht die Schraube nicht weiter ein. Dies ist jedoch beileibe kein Fehler im Schrauber, sondern ist so gewollt
und konstruiert. Diese 'Ratsche' ist für einen solchen Zustand gebaut und hält in daher auch aus. Falls
dieser Effekt eintritt, bevor die Schraube völlig eingedreht ist, wird auf dem Einstellring ein höherer
Wert eingestellt und weiter geschraubt. Dies geht schneller als es hier beschrieben werden kann.
Der Erfolg sind Schrauber-Bits, die 'ewig' halten und Schrauben, die man auch wieder herausdrehen kann! Und - auch
nicht zu verachten - mit richtiger Einstellung geht das Schrauben schneller und völlig streßfrei.
Was passiert da eigentlich und wie ist es zu verhindern?
Dadurch, daß das Schrauberbit unter Belastung aus dem Schraubenschlitz gleitet (wie und warum, und ob aus
Versehen oder nicht, ist völlig egal), raspeln die beiden Teile aufeinander. Dabei wird der weichere Partner
verletzt und damit unbrauchbar gemacht. Ein defektes Bit kann man sofort erkennen und auswechseln, eine defekte
Schraube nicht so unbedingt. Das Malheur wird erst dann offensichtlich, wenn (natürlich!) jemand anderer die
Schraube (evtl. Jahre später) wieder herausdrehen soll. Dessen Flüche kann man noch im Nachbarhaus
hören!
Zu verhindern ist dies, indem unter allen Umständen das Bit im Schraubenschlitz bleiben muß, solange der
Schrauber sich dreht. Eigentlich ganz einfach.

Wir zeigen hier ein normales und ein verhunztes Schrauberbit. Mit diesem ist ein Arbeiten unmöglich.
Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Club-Abenden"
- der Autor: Hans Peter Kastner
Version vom: 06.11.2007
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