Tips&Tricks 45: Werkzeuge selbstgemacht
Wir haben das Brummeln einiger Leser vernommen und verbreiten hier einmal (so ganz schnell zwischendurch)
nicht-elektrische Tips;
hier, wie man sich ohne spezielles Werkzeug behelfen kann:
Bau einer Kreuzpinzette
Falls es gilt, etwas an unübersichtlicher Stelle zusammenzuhalten (z.B. für eine Klebung) oder auch nur
festzuhalten (als '3. Hand'), ist eine Kreuzpinzette vonnöten, falls ein kleiner Schraubstock nicht fein
genug ist. Man kann sich dadurch behelfen, indem man eine normale Pinzette nimmt und sie mit einer
Wäscheklammer zusammendrückt. Je nachdem, wo diese angesetzt wird, kann sogar die Anpreßkraft
variiert werden. Somit ist diese Konstruktion sogar besser als das Original.
Rechts sehen Sie eine 'sehr ruhige 3. Hand', wie sie z.B. beim Fotografieren verwendet werden kann.
Oder man baut aus mehreren Klammern und der Pinzette ein kleines Türmchen, mit dem man das Objekt 'frei in der
Luft' schweben lassen kann, um beim Blitzen die lästigen Schatten auf der Unterlage zu umgehen.
Bau einer Mini-Stichsäge
Dies ist etwas für den 'gröberen Modellbau':
Falls an sehr enger Stelle gesägt werden soll, kann man ein normales PUK-Sägeblatt verwenden, das in eine
Grip-Zange eingeklemmt wird. Dabei ist darauf zu achten, daß die Zange nicht die Zähne beschädigt und
daß das Blatt möglichst kurz und 'auf Zug' eingespannt wird.
Umbau einer PUK-Säge
Der obige Tip hat gleich auch diesen Tip zur Folge:
Normalerweise ist das PUK-Sägeblatt auf 'Stoß' eingespannt. Dies ermöglicht einen schnellen Schnitt
mit relativ wenig Kraft. Falls Sie jedoch ihr Werkstück eher 'streicheln' möchten, damit das Schneiden
gefühlvoller geht und das Material weniger ausfranst, versuchen Sie es doch mit dem umgekehrten Einspannen,
also mit Schneiden 'auf Zug'. Oder Sie nehmen auch für Holz das Metallsägeblatt und spannen dies dann
noch 'falschherum' ein ...
Wenn Sie Platinenmaterial sägen wollen, können Sie dies auch an einem Laubsägebrettchen mit einer
PUK-Säge tun, wenn Sie ein Metallsägeblatt 'auf Zug', wie hier beschrieben, einspannen. Das Sägen
geht rasend schnell.
Bau einfacher Klammern
Um diverse Dinge festzuhalten oder zusammenzuhalten, eignen sich gut Wäscheklammern. Unser Tip: sägen
Sie die inneren Greifzähne großzügig weg, so daß die Klammer nur noch ganz außen
faßt. Evtl. muß auch noch etwas direkt am Gelenk weggefeilt werden. Die Greiffläche sollte mit
einer Feile angepaßt werden, sodaß sie einen Papierstreifen so fassen kann, daß er sich in der
Klammer nicht mehr verdrehen läßt.
Und die Klammern sollten deutlich gekennzeichnet werden, denn ansonsten werden sie von der Hausfrau wieder zu den
andern getan (Was für ein unordentlicher Mensch, läßt immer alles liegen!). Dies ergibt dann
später einen großen Krach, weil die umgebauten Klammern sich nicht mehr zum Wäsche-Aufhängen
eignen.
Bau einer Justierzange
Leider ist es nicht mehr nachvollziehbar, wo der Autor seine Justierzange vor Jahrzehnten einmal gekauft hat. Leider
werden solche Werkzeuge auch bei Spezialfirmen nicht angeboten.
Falls ein Leser doch eine Adresse weiß: bitte melden Sie Sich bei uns.
Eine Justierzange ist ein Werkzeug, mit dem feinste Arbeiten durchgeführt werden können, z.B. das
Justieren von Relais-Kontaktfedern (daher auch der Name). Die Dicke einer Backe (der Zange des Autors) beträgt
direkt an der Spitze 0,5 mm, die Breite 1,4 mm. Hiermit kann man natürlich keine großen Kräfte
ausüben; soll man auch nicht. Aber zum Ausrichten z.B. von kleinen Steckerpins oder von Kontaktdrähtchen
bei der Stromabnahme an Fahrzeugen ist sie ideal, s. auch bei
Stromabnahme bei 2-Achsern
und
4-Achsern.
Hier war die Justierzange ständig im Einsatz.
Wir schreiben dies hier, um Sie darauf hinzuweisen, daß es z.Zt. eine Möglichkeit gibt, sich eine
solche Zange selbst anzufertigen.
Bei Fa. Pollin (Restposten-Versender) ist eine Zange (Spitzzange) im Angebot, die man einfach etwas anschleifen
kann, um eine Maulform wie geschildert zu erreichen. Sie hat die Bestell-Nr. 500 072 und kostet 0,95 €. Trotz
des geringen Preises ist sie befriedigend verarbeitet. Das Foto rechts ist aus der website der Fa. Pollin entnommen.
Beim Anschleifen, zunächst mit dem Schleifstein, dann mit einer feinen diamantbesetzten Trennscheibe, achten
Sie bitte darauf, daß die Backen nicht zu heiß werden, und daß sie in Richtung Gelenk leicht
dicker und breiter werden müssen. Als Vergleich ziehen Sie bitte die abgebildete Justierzange heran.
Bei DEM Preis könnte man auch gleich 2 Zangen kaufen, die erste zum Üben. Fa. Pollin würd's freuen ...
Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Club-Abenden"
- der Autor: Hans Peter Kastner
Version vom: 02.01.2009; vorige Version vom: 19.07.2008
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