Tips&Tricks 6: Dreiwegweiche für das Faller-Car-System
Durch Zufall und/oder durch einen eventuellen Produktionsfehler sind wir auf das folgende Problem gestoßen
(worden). Wir können allerdings auch nicht ausschließen, daß ein Laie sich schon mal dran zu
schaffen gemacht hat!!
;-)
Zur Technik:
Die Weiche besteht aus einem Elektromagneten, der einen kleinen Eisenstab unter die Fahrbahn hebt, ihn dabei
magnetisiert und dadurch die Lenkstange eines Fahrzeugs, die selber auch einen kleinen Magneten trägt,
anzieht und damit aus ihrer Richtung ablenkt.
Das Problem:
Nun hatten wir aber eine Weiche dabei, die trotz richtigen Zusammenbaus die Fahrzeuge immer zur falschen Seite
ablenkte (so daß sie 'in die Botanik' fuhren), was wir uns zunächst nicht erklären konnten.
Laut Datenblatt kann eine Weiche nämlich mit jeder Spannungsart betrieben werden. Das Auseinanderbauen
der Weiche und Experimentieren (auch ein ganz normaler Kompaß war dabei!) brachte die ...
Lösung:
Im Weichenantrieb sitzt zusätzlich ein kleiner Brückengleichrichter mit nachgeschaltetem Kondensator,
der die Weichenspule immer mit Gleichspannung bestimmter Polarität versorgt unabhängig davon, was an den
Anschlußdrähten anliegt. Beim Einschalten der Spule wird auch der Eisenstab magnetisiert und bewirkt
damit an seinem oberen Ende ein Anziehen des kleinen Magneten in der Lenkstange des Fahrzeugs. Nun waren aber aus
unbekannten Gründen die Anschlüsse der Spule vertauscht, so daß die Magnetisierung 'falsch
herum' gerichtet war und die Lenkstange nicht angezogen, sondern abgestoßen wurde.
Idee:
Das bringt uns auf die Idee, die Weichenspule ohne den internen Gleichrichter und ohne den Kondensator mit reinem
Gleichstrom zu betreiben:
- Spule mit Gleichspannung wie bisher angesteuert: Lenkstange wird angezogen
- Spule aus: Wagen fährt geradeaus
- Spule mit umgepolter Gleichspannung angesteuert: Lenkstange wird weggedrückt
Beim Umbau der Spule muß der Spulendraht, der am '+' des Gleichrichters hing, an eine wie im mittleren Bild
mit '+' gekennzeichnete Klemme gelötet werden, damit man beim Bau und späteren Umbau weiß, bei
welcher Stromrichtung das 'Anziehen' erfolgt. Die Weiche sollte als '3-Weg-Weiche' gekennzeichnet werden. Sie darf
nur noch mit Gleichstrom betrieben werden.
Mit der 'Abstoßfunktion', d.h. mit dem Strom durch die Spule, muß experimentiert werden, damit die
Kraft gerade so groß wird, daß die Lenkstange sicher ihren Fahrdraht findet. Oder man muß noch
einen 'Fangdraht' einbauen, der das Fahrzeug sicher auf den richtigen Weg bringt. Ansonsten würde der Wagen
... (s. oben)
Ein Anwendungsgebiet könnte eine Straßenkreuzung sein, an der die Fahrzeuge in drei Richtungen fahren
sollen und wo kein Platz ist für zwei hintereinander geschaltete Weichen.
Für weitere Fragen stehen gern zur Verfügung:
- der MEC; Besichtigung und Fachsimpelei z.B. an unseren "Clubabenden"
- der FCS-Spezialist: Dirk Raschke
- der Autor: Hans Peter Kastner
Version vom: 15.04.2005
Copyright © 2000 - 2005 by Modelleisenbahnclub Castrop-Rauxel 1987 e.V.